Werner Huthmacher

Europäisches Hansemuseum

Außenbereiche inkl. Gebäudedarstellung illuminiert
Standort: Lübeck
Auftraggeber: Europäisches Hansemuseum Lübeck gemeinnützige GmbH
Architektur: Andreas Heller Architects & Designers
Leistungsbild: Kunstlichtplanung
Fertigstellung: 2015
Nominierungen: Deutscher Lichtdesign-Preis 2016, Kategorie 'Außenbeleuchtung | Anstrahlung'
Das Europäische Hansemuseum befindet sich im Norden der als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichneten Altstadtinsel Lübeck. Es umfasst den Neubau als Haupthaus am Fuß des Burghügels sowie das historische Baudenkmal des Lübecker Burgklosters. Seine Architektur leitet der von Andreas Heller Architects & Designers entworfene Neubau von den historischen Gegebenheiten des Grundstücks und der Umgebung ab. So zitiert beispielsweise die Kubatur des Gebäudes die ehemals am Fuß des Burghügels verlaufende mittelalterliche Stadtmauer. Mehrere Auszeichnungen, die das Architekturbüro für dieses Projekt erhielt, unterstreichen die gelungene Umsetzung.
Werner Huthmacher
Fassade Eingangsbereich
Werner Huthmacher
Eingang Haupttreppenraum
Werner Huthmacher
Treppenraum zum Klosterhofplateau mit Dachterrasse
Das von unserem Büro entwickelte Lichtkonzept für den Außenbereich des Hansemuseums inkl. der Gebäudedarstellung greift die respektvolle Herangehensweise der Architekten auf und betont sie eindrücklich. Das Projekt wurde für den Deutschen Lichtdesignpreis 2016 in der Kategorie „Außenbeleuchtung/Anstrahlung“ nominiert. Als Leitgedanke der Lichtplanung galt stets, das Licht so reduziert wie möglich einzusetzen und dennoch eine einladende Lichtstimmung zum Wohlfühlen zu schaffen.
Daher stand am Beginn eine umfassende Aufnahme der Umgebungsleuchtdichten. Auf dieser Basis konnte der Ressourcenaufwand für die gewünschte Darstellung des Gebäudeensembles minimiert werden. Ein bedeutsames Element des Neubaus ist die zentrale Treppe, die den historischen Hafen mit der höher gelegenen Altstadt verbindet. Sie erschließt den Museumsneubau und führt zum Burgkloster sowie den Außenanlagen. Ihre Beleuchtung lässt einen anziehenden Treppenraum entstehen, der Museumsbesucher und weitere Passanten zum Ersteigen des Klosterhofplateaus einlädt.
Werner Huthmacher
Sonderleuchten mit Direkt- und Indirektanteil
Hierfür kamen eigens – gemeinsam mit den Architekten - entwickelte Leuchten zum Einsatz. Da ihre Form maximal zurückhaltend auszubilden war, besitzen die Wandleuchten als Sonderleuchtenkonstruktionen besonders flache Baukörper. Die Schmuckleuchten der Haupttreppe sind dabei zweifach lichtwirksam: Während der Indirektanteil die Decke aufhellt, strahlt der – je nach Leuchtenposition unterschiedlich gerichtete – Direktanteil asymmetrisch nach unten ab. Für den Betrachter ergibt sich jedoch ein immer identisches Erscheinungsbild der Leuchten. Es kommen warmfarbige LED-Module in Verbindung mit einer Einzellinsentechnik zum Einsatz. Sie erfüllen zum einen die gestalterische Zielsetzung und bieten zum anderen die für ausreichende Sicherheit erforderlichen Lichtmengen.
Werner Huthmacher
Hochentblendete Pollerleuchte
Werner Huthmacher
Windfang
Die Wege werden von hochentblendeten Pollerleuchten und Mastleuchten in ebenfalls warmfarbigem Licht illuminiert. Ihre beleuchteten Informationsstelen greifen das sich wiederholende gestalterische Element „Bronze“ auf. Wo immer möglich, sah das Konzept versteckt angeordnete Lichtsysteme vor. Beispiele hierfür sind die Beleuchtung des Bergahorns mit bodennahen Leuchten, die den Baum aus dem ihn umgebenden Bewuchs heraus in Szene setzen oder minimalistische Bodeneinbauleuchten zur Illumination des Geländers der Dachterrasse. Sie fassen den Platz, der ansonsten nur minimal beleuchtet ist. Weiterhin werden aus den Bäumen heraus Skulpturen, Sätze oder Eingänge beleuchtet.
Werner Huthmacher
Haupttreppenraum mit Sonderleuchten
Werner Huthmacher
Hinterleuchteter Schriftzug
Die Planung für einen Neubau innerhalb eines UNESCO-Weltkulturerbes, der ein historisches Baudenkmal ergänzt, verlangte ein sehr umsichtiges Vorgehen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Architekten und der Lichtplanung für den Außenbereich führte im Europäischen Hansemuseum zu dem rundum überzeugenden Ergebnis. Greifbare Beispiele sind die gemeinschaftlich entwickelten Schmuckleuchten für die Haupttreppe, die das Gesamtkonzept auf bestmögliche Weise mittragen.