Thomas Nutt

Neubau HF Group

Gesundes Licht für ein neues Openspace Konzept
Standort: Hamburg
Auftraggeber: HF Group
Architektur: Architekten Ingenieure PSP
Leistungsbild: Tageslichtuntersuchung, Kunstlichtplanung
Fertigstellung: 2020
Der Wille zur ständigen Innovation ist eine der wichtigsten Kompetenzen der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH. Das spiegelt sich nun auch in den großzügigen Open Offices des modernen neuen Firmensitzes wider. Dafür haben wir ein energieeffizientes Lichtsystem geplant und umgesetzt, das den Tageslichteintrag abhängig von der Wetterlage wirksam ergänzt und dabei den biologischen Rhythmus des Menschen unterstützt. So finden alle Mitarbeitende an jedem der frei wählbaren Arbeitsplätze zu jeder Zeit hochwertiges, gesundes Licht und damit gleich gute Arbeitsbedingungen vor – alle können jetzt von den Vorteilen des „New Work“-Prinzips profitieren.
Thomas Nutt
Das Lichtsystem reagiert auf die flexible Nutzung der Büroflächen.
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Große Besprechungstische sind flexibel durch Vorhänge separierbar.
Der neue Sitz des Maschinenbau-Unternehmens wurde von den Architekt:innen und Ingenieur:innen von PSP Architektur als fünfstöckiger Bürokomplex mit angeschlossener Montage- und Logistikhalle realisiert. Die offen gestalteten Büroflächen folgen dem Clean-Desk-Konzept: Feste persönliche Arbeitsplätze gibt es nicht mehr. Die Mitarbeitenden können ihre Plätze jederzeit frei wählen und sich je nach Bedarf und Anforderung mit den entsprechenden Kollegen zusammensetzen, wodurch eine bessere Kommunikation und Vernetzung zwischen den Fachbereichen stattfinden kann. Neben Schreibtischflächen, Konferenzräumen und Besprechungsecken gibt es abgetrennte Fokus-Boxen für zurückgezogenes, stilles Arbeiten sowie gemütliche Ruhezonen.Der HR-Abteilung war es besonders wichtig, dass sowohl junge als auch langjährige Mitarbeitende des Unternehmens den Tausch der konventionellen Einzelbüros im denkmalgeschützten Altbau gegen einen modernen neuen Open Space als Bereicherung empfinden und sich schnell einleben. Alle raumatmosphärischen Parameter galt es daher nach neuestem Stand der Forschung zu berücksichtigen.Das Licht sollte melanopisch wirksam sein, dem Tagesrhythmus folgen und den Raum in seiner gesamten Tiefe abdecken, gleichzeitig aber eine flexible Raumgestaltung erlauben.
Basierende auf den Ergebnissen unserer Tageslichtanalyse, die in einem solchen Fall unerlässlich ist, haben wir verschiedene Raumzonen mit unterschiedlich hohen Tageslichteinträgen definiert und ein Kunstlichtkonzept erstellt, das die natürliche Lichtversorgung mittels strategisch platzierter Kunstlichtquellen ergänzt. Überall dort, wo nicht genügend Tageslicht hingelangt, wird künstliches Licht zugesteuert, dessen Lichtfarbe und -intensität sich wie natürliches Licht dem Tagesverlauf anpasst und so die wichtige melanopische Wirksamkeit erzielt, die Menschen brauchen, um mit dem Tag- Nachtrhythmus synchronisiert zu sein und langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.
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Büroarbeitsplatz Richtung Innenhoffassade.
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Das Lichtsystem reagiert auf die flexible Nutzung der Büroflächen.
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Dieselben linearen Lichtsysteme im Flur verweisen gestalterisch auf die Büros.
Dabei wird nur so viel Licht zugeführt, wie gerade gebraucht wird, was Energie und unseren Kund:innen damit Kosten spart. Tageslichtfühler auf dem Dach messen die aktuelle Tageslichtintensität und geben die Daten an ein intelligentes Steuerungssystem weiter, das die benötigte Kunstlichtmenge errechnet und das Lichtsystem entsprechend einstellt: An einem hellen Sommertag wird bedarfsgemäß wenig Kunstlicht zugeschaltet, an trüben Herbst- und Wintertagen hingegen mehr. Die dynamische Steuerung passt das künstliche Licht auch an die Tageszeit an und beginnt den Arbeitstag morgens mit warmtonigem, weniger intensivem Licht, das zum Mittag hin kühler und intensiver wird.
Die Anzahl und damit die Dichte der Leuchten nimmt zur Raummitte hin zu. In den Bereichen mit geringerem Tageslichteintrag wurden lineare Leuchtensysteme mit mikroprismatischen Komponenten sowie kleineren Downlights in die Akustikdecke integriert. Eine Mischung aus diffusem und gerichtetem Licht entsteht, wodurch eine Schön-Wetter-Assoziation hervorgerufen wird. In den Bereichen nahe der Fenster genügten einzelne Downlights, denn hier reicht das Tageslicht aus, um die benötigte Beleuchtungsstärke zu erzielen. Das Lichtsystem wurde außerdem an die Achsen der Architektur angepasst, sodass die Lichtversorgung erhalten bleibt, falls später andere Raumaufteilungen gewünscht werden.
Thomas Nutt
Die Konferenzräume auf jeder Etage sind mit verschiedenen Lichtszenen bespielbar.
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Repräsentativer Konferenzraum mit Blick in die Fertigungshalle.
Modernes Licht, das zeitgemäßen Qualitätsansprüchen am Arbeitsplatz gerecht wird, bietet neben dynamischen, der Tageszeit angemessenen Lichtintensitäten und -farben auch jederzeit einen hohen Sehkomfort. Daher wurden die Leuchtdichten auf den Lichtaustrittsflächen möglichst gering gehalten. Schwarze Abblendkonen an den Downlights sowie optisch wirksame mikroprismatische Linearabdeckungen reduzieren die Blendung auf ein Minimum, damit die Beleuchtung von keinem Beschäftigten im Raum als Störung empfunden wird. Die Mitarbeitenden genießen zu jeder Zeit freundlich anmutendes, gesundes Licht, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und weit über die Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie hinausgeht.
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Die Lounge im 5. Obergeschoss gibt den Blick über die Innenstadt frei.
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Kleinere Loungebereiche zur Entspannung.