
Marcus Bredt
Kieler Schloss Sanierung Konzertsaal
Ein ikonischer Kulturbau, dezent in Szene gesetzt
Standort: Kiel
Auftraggeber: Landeshauptstadt Kiel
Architektur: gmp • Architekten von Gerkan, Marg und Partner + bbp : architekten bda
Leistungsbild: Kunstlichtplanung
Fertigstellung: 2025
Wie bekommt ein denkmalgeschütztes Haus eine zeitgemäße Lichttechnik, ohne sein Gesicht zu verlieren? Das war die Leitfrage unserer Kunstlichtplanung für das Konzerthaus am Schloss in Kiel, 1965 nach Plänen von Herbert Sprotte und Peter Neve eröffnet und seit 2005 denkmalgeschützt. Zwischen 2019 und 2025 hat die Landeshauptstadt Kiel das Haus sanieren lassen, geplant von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner gemeinsam mit bbp architekten bda; seit Januar 2026 ist es wieder in Betrieb. Unsere Planung reicht vom Vorplatz über die Foyers bis in den großen Saal, und sie wurde in allen Bereichen eng mit dem Denkmalamt abgestimmt. Die Antwort auf die Leitfrage zieht sich durch alle Bereiche: Die Form bleibt, die Technik wechselt.
Draußen ist das wörtlich zu nehmen. Die bestehenden Mastleuchten behielten ihre historischen Lichtkopfhüllen und wurden darin auf neue, blendfreie LED-Reflektortechnik umgerüstet. Die Kupferattika wird leicht illuminiert. Zusammen mit der von außen gut sichtbaren, hinterleuchteten Saalwandverkleidung aus Corian ergibt das die gewünschte Fernwirkung des Hauses bei Nacht. Die Hinterleuchtung wird mit über 700.000 LEDs, in einer warmen Lichtfarbe und sehr guten Farbwiedergabequalitär sichergestellt.

Marcus Bredt

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In den Foyers erzeugen diese hinterleuchteten Wände einen repräsentativen, strahlenden Raum. Für die Brillanzpunkte sorgen die historischen Lüsterleuchten, die auf neue Technik umgerüstet wurden, im Zusammenspiel mit kleinen, kaum sichtbaren Einbaudownlights.
Im Fördefoyer haben wir die diffus strahlenden historischen Aufbauleuchten an der Fassade durch maximal zurückgenommene Einbauleuchten ersetzt. Zusammen mit der reduzierten Ausleuchtung des Barbereichs minimiert das in den Dämmer- und Nachtstunden die Reflexe in der großen Glasfassade. Wer hier steht, sieht die Kieler Förde und nicht das gespiegelte Foyer.
Im großen Saal wurde die längliche Form der Bestandsleuchten aufgenommen und auf eine zeitgemäße Lichtwirkung hin weiterentwickelt. Ergänzend kommen gut entblendete, in den Leuchten integrierte Downlights in Warmdim-Technologie zum Einsatz. Beide Komponenten lassen sich getrennt voneinander regeln und werden amplitudengedimmt – dadurch sind sie absolut flackerfrei, bis ins Kamerabild von Fernseh- und Streamingaufzeichnungen. Die starke Entblendung ist in diesem Saal kein Komfortdetail: Es ist ein Weinbergsaal, das Publikum umschließt das Orchester, und jede Leuchte hängt im Blickfeld der gegenüberliegenden Reihen. In die zwölf höhenverstellbaren Akustiksegel über dem Orchester sind ebenfalls lineare und punktförmige Lichtsysteme integriert.

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